{"id":936,"date":"2018-04-25T14:42:59","date_gmt":"2018-04-25T12:42:59","guid":{"rendered":"http:\/\/warndtdom.de\/?page_id=936"},"modified":"2018-04-25T14:52:23","modified_gmt":"2018-04-25T12:52:23","slug":"kath-kirchenchor-caecilia-lauterbach","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/warndtdom.de\/?page_id=936","title":{"rendered":"Kath. Kirchenchor C\u00e4cilia"},"content":{"rendered":"<p>Der \u00e4lteste Verein in Lauterbach, ja der Stadt V\u00f6lklingen \u00fcberhaupt, ist der Kirchenchor C\u00e4cilia Lauterbach. Wenn auch keine offizielle Gr\u00fcnderurkunde vorliegt, so ist seine erstmalige Erw\u00e4hnung bei der Mitgestaltung des Einf\u00fchrungsgottesdienstes f\u00fcr Pfarrer Julius Moll im Oktober 1860 Zeugnis f\u00fcr seine zu diesem Zeitpunkt gegebene Existenz.<\/p>\n<p>Die aus der Pfarrchronik des Jahres 1860\/61 zu entnehmende Gottesdienstordnung<br \/>\nenth\u00e4lt folgenden Wortlaut:<\/p>\n<p>&#8222;Der Gottesdienst an Sonn- und Feiertagen beginnt Sommer und Winter um 1\/2 10 Uhr. An Werktagen beginnt die heilige Messe im Winter um 1\/2 8 Uhr, im Sommer um 1\/2 7 Uhr. Begr\u00e4bnis und Hochzeits\u00e4mter werden gew\u00f6hnlich um 1\/2 10 Uhr abgehalten.<\/p>\n<p>Chorknaben und Chorm\u00e4dchen gehen in der Messe kommunizieren. Oben auf der Emporkirche ist ebenfalls den Chors\u00e4ngern freier Platz gew\u00e4hrt. Auch M\u00e4dchen wurden zum Chor zugelassen, da sonst kein Chor in Lauterbach zu bilden gewesen w\u00e4re!&#8220;<\/p>\n<p>Diese Chorknaben und M\u00e4dchen waren mit ziemlicher Sicherheit auch Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen der \u00f6rtlichen Volksschule. Nachdem der damalige Pfarrer auch die Aufsicht \u00fcber die Schule aus\u00fcbte und der Lehrer gleichzeitig Organist sein musste ist klar, wie der Kirchenchor entstanden ist. Der erste namentlich erfasste Organist und Chorleiter war der Oberlehrer Franz Ha\u00df, der das Amt des Organisten und Chorleiters mehr als 30 Jahre&nbsp; aus\u00fcbte ( 1861 &#8211; 31.12.1897 ).<\/p>\n<p>Wie aus den damaligen Kirchenb\u00fcchern hervorgeht, gab es anfangs gleich Streitereien um die finanzielle Verg\u00fctung zwischen Herrn Ha\u00df und dem damaligen Kirchenrechner, Herrn Paul Zimmer. Diese konnten jedoch beigelegt werden, nachdem Pfarrer Moll Herrn Ha\u00df \u00fcberreden konnte auch das K\u00fcsteramt zu \u00fcbernehmen. Wie hieraus abzuleiten ist, war es damals wie heute schwierig in Lauterbach einen Organisten und Chorleiter ausreichend zu entlohnen, ohne dass er zus\u00e4tzlich T\u00e4tigkeiten \u00fcbernahm.<\/p>\n<p>Zu Beginn des Jahres 1898 legte der dann 65 j\u00e4hrige Franz Ha\u00df sein Organisten- und Choramt nieder. Danach, so ist aus den alten Aufzeichnungen zu interpretieren, gab es unter dem neuen Pr\u00e4ses, Pfarrer Johann Jodok Sebastian, wechselnde Chorleiter. Dies waren in der Regel junge M\u00e4nner aus dem Gregoriushaus in Aachen kurz nach ihrer&nbsp; Ausbildung zum Organisten und Chorleiter. Wegen der mangelhaften Bezahlung<br \/>\nwar jedoch keiner der M\u00e4nner zu halten.<\/p>\n<p>Mit diesem Problem sah sich auch Pastor Robert Wagner konfrontiert, als er am 22. April 1907 die Pfarrgemeinde \u00fcbernahm. Er engagierte zun\u00e4chst Johann N\u00f6then, den wiederum bereits 1912 Organist K\u00fcpper abl\u00f6ste. Wenn schon der Beruf seinen Stand nicht ern\u00e4hrt, so musste halt wieder ein Lehrer her, dachte sich Pastor Wagner und gewann den im Ruhestand lebenden Lehrer Weirich, liebevoll auch &#8220; Papa Weirich&#8220; genannt. Er f\u00fchrte&nbsp; zum Chorgesang das Zither- und Geigenspiel ein. Die von ihm mit Unterst\u00fctzung dieser Instrumente auf die menschlichen Gef\u00fchle abzielenden Liedvortr\u00e4ge lockten auch viele Besucher von jenseits der Grenze in die Lauterbacher Pfarrkirche. Papa Weirich, der den<br \/>\nChor bis 1923 leitete, wurde dann von Lehrer Josef Henne abgel\u00f6st. Unter seiner&nbsp; Stabf\u00fchrung wuchs die Zahl der S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger auf 45 an. Leider war diese &#8222;Bl\u00fctezeit&#8220; nur von kurzer Dauer, denn wohl aufgrund von un\u00fcberbr\u00fcckbaren Differenzen mit Pastor Karl Loyo ( dieser hatte im Oktober 1925 als Nachfolger von Pastor Wagner die Pfarrei \u00fcbernommen) legte sowohl Lehrer Henne sein Amt nieder als auch ein gro\u00dfer Teil der Chormitglieder ausschied. Den Restchor \u00fcbernahm dann Heinrich Mees ( geb. 1905 in K\u00f6rprich, + 1976 in Lauterbach). Mees war von Beruf Bergmann und hatte seine Organistenausbildung ebenfalls im Gregoriushaus in Aachen genossen.<\/p>\n<p>Nach h\u00f6chstens einem halben Jahr wurde er abgel\u00f6st von Jakob Bechtel, mit dem eine neue gro\u00dfe \u00c4ra f\u00fcr den Kirchenchor Lauterbach begann. Im gleichen Jahr gekommen wie Pastor Heinrich Schuh verstand er es, viele junge Lauterbacher f\u00fcr den Chorgesang zu gewinnen, so dass zeitweise bis zu 100 S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger aktiv waren. Der Chor<br \/>\nwar so stark besetzt, dass er in der Lage war, so bekannte Opern wie &#8220; Der&nbsp; affenschmied&#8220; und &#8222;Der Freisch\u00fctz&#8220; aufzuf\u00fchren und mit Solisten aus den eigenen Reihen zu besetzen.<\/p>\n<p>Da f\u00fcr die erreichte Professionalit\u00e4t das alte Harmonium nicht mehr ausreichte, musste eine angemessene Orgel her. Am 26. Juli 1931 war es dann soweit, die heutige imposante Orgel ( 2500 Pfeifen\/38 Register ) der Pfarrkirche St.Paulinus Lauterbach wurde eingeweiht. 1937 dann, f\u00fcr die Lauterbacher \u00fcberraschend, wurde Bechtel von P\u00fcttlingen abgeworben. Die gro\u00dfe \u00c4ra war vorbei.<\/p>\n<p>Nach Bechtel waren als Aushilfsdirigenten zun\u00e4chst Musiklehrerin Leist als auch wieder Herr Mees sowie ein Herr Schmitz (schwarzharig, gutaussehend und Frauenschwarm) aus Meyen in der Eifel t\u00e4tig. Die Proben fanden damals im Gasthaus &#8222;ZUM WARNDT&#8220; statt ( dienstags und freitags ) und am Sonntagmorgen nach dem Hochamt in der Kirche.<\/p>\n<p>Sehr zum Leidwesen der jungen Damen, verlie\u00df Schmitz Lauterbach nach wenigen Monaten und wurde von einem Herrn Pohl, Organist aus Niedaltdorf abgel\u00f6st, unter dessen Dirigentschaft die Primiz von Pater Josef Zimmer im April 1939 fiel.<\/p>\n<p>Der Ausbruch des 2. Weltkrieges und die damit verbundenen Evakuierungen bedingten weitere wechselnde Engagements von Lehrerin Leist, wiederum Heinrich Mees sowie bis zu dessen R\u00fcckkehr 1946 aus dem Krieg Herrn Heribert Dreistadt.<\/p>\n<p>Nachdem Heinrich Mees in Lauterbach zur\u00fcck war, \u00fcbernahm er wiederum das Amt des<br \/>\nOrganisten und Chorleiters, welches er bis 1952 nebenberuflich aus\u00fcbte. In Anbetracht der schauspielerischen Talente einiger Chormitglieder wagte sich Mees an Operetten wie &#8222;DER BETTELSTUDENT&#8220;, \u201eWINZERLIESEL&#8220; und &#8222;M\u00c4DCHEN VOM NECKARSTRAND&#8220;<br \/>\nwelche teilweise auch in den franz\u00f6sischen Nachbargemeinden aufgef\u00fchrt wurden. Der Erl\u00f6s aus diesen Auff\u00fchrungen wurde f\u00fcr die Anschaffung der neuen Glocken f\u00fcr den &#8222;Warndtdom&#8220; im Jahre 1951 gespendet. Als 1. Vorsitzende fungierten in der&nbsp; Nachkriegszeit zun\u00e4chst Johann Wirbel und sp\u00e4ter Johann Zimmer. Die S\u00e4ngerschar<br \/>\nz\u00e4hlte in dieser Zeit im Schnitt 40 S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger.<\/p>\n<p>Mit dem inzwischen (im Nov. 1949) f\u00fcr Pfarrer Schuh gekommenen Pfarrer Josef Veauthier ging allm\u00e4hlich das Engagement von Heinrich Mees zu Ende. Der neue<br \/>\nPfarrer wollte unbedingt einen hauptamtlichen Organisten, der auch das K\u00fcsteramt aus\u00fcben sollte.<\/p>\n<p>So wurde im Jahre 1952 ein 19 j\u00e4hriger junger Mann namens Heinz Lieblang angestellt.<br \/>\nIhm verdanken wir unter anderem unser &#8222;PAULINUSLIED&#8220;, welches er eigens f\u00fcr unserer Patronatsfest komponiert hat. Auch ein Kinderchor (ca.15 Kinder) wurde von ihm<br \/>\ngegr\u00fcndet. Vorsitzender in dieser Zeit war Fredi Thielen. Bereits 1954 hat Heinz Lieblang Lauterbach jedoch wieder verlassen.<\/p>\n<p>An seine Stelle trat Herr Eduard Henrichs aus Reil an der Mosel, den meisten Lauterbachern noch bekannt als &#8220; da Edi&#8220;. Eduard Henrichs pr\u00e4gte fast 50 Jahre lang das Orgelspiel und den Kirchenchorgesang in Lauterbach. Waren es bis Mitte der 60er Jahre noch gregorianischer Choral und lateinische Messen die der Chor zu Geh\u00f6r brachte, so f\u00fchrte das II vatikanische Konzil hier zun\u00e4chst zu einem nicht unerheblichen Wandel.<br \/>\nAlle Gottesdienste konnten von nun an in der Muttersprache gehalten werden. So vollzog sich, wenn auch anfangs nur allm\u00e4hlich, auch in der Kirchenmusik der \u00dcbergang ins deutsche. Da aber die Deutschkompositionen ( basierend auf dem ab 1975 einf\u00fchrten neuen Gesang und Gebetbuch &#8222;Gotteslob&#8220; ) oft weniger gelungen waren, greift man heute gerne wieder auf die lateinischen Ges\u00e4nge zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Aber nicht nur in der Kirche war der Kirchenchor zu h\u00f6ren, sondern insbesondere auch bei den j\u00e4hrlich stattfinden Gemeinschaftskonzerten der kulturtreibenden Vereine waren wir ab Anfang der 60er Jahre dabei. Zum weiteren Erscheinungsbild geh\u00f6rten auch \u00f6ffentliche Auftritte zu den verschiedensten Anl\u00e4ssen wie z.B. bei Vereinsjubil\u00e4en,&nbsp; Veranstaltungen der Gemeinde, Krankenhauskonzerte etc. Besonders zu erw\u00e4hnen ist das Rundfunksingen anl\u00e4sslich der 275-Jahr Feier sowie Mitgestaltung einer Rundfunkmesse<br \/>\ndes Saarl\u00e4ndischen Rundfunks in St.Avold. Die vielen Auftritte, bedingt durch das sowohl kirchliche als auch weltliche Engagement, erforderten erheblichen Probenaufwand. Trotzdem waren alle mit Freude dabei. Zur Belohnung gab es dann jede Menge Gelegenheiten zum geselligen Beisammensein bei Grillfesten, Familienabenden und Vereinsfahrten ( z.B. nach Gondorf\/Eifel, \u00dclzen in der L\u00fcneburger Heide, Marktredwitz,<br \/>\nElsa\u00df, Paris, M\u00fcnchen).<\/p>\n<p>Im Jahre 1990 feierte der Chor sein 125 j\u00e4hriges Bestehen mit einem Festakt sowohl in der Kirche als anschlie\u00dfend auch in der Lauterbachhalle unter Mitwirkung befreundeter Ch\u00f6re. In der Folge schmolz die Zahl der Chormitglieder aus den verschiedensten Gr\u00fcnden immer mehr zusammen. Insbesondere durch die Pensionierung von Edi Henrichs im Jahre 1993 sowie die etwa gleichzeitig einhergehende Aufl\u00f6sung des Vorstandes gab es Probleme den Chor zu halten. Mit verschiedenen Aushilfsdirgenten ( u.a. Hans Werner Becker ) sowie dem dann einige Zeit sp\u00e4ter wieder \u00fcbernehmenden<br \/>\nEdi gelang es, wenn auch auf Sparflamme ( es wurde nur noch in der Kirche gesungen ) den Kirchengesang am Leben zu erhalten. Die S\u00e4ngerschar war von ca. 30 im&nbsp; Jubil\u00e4umsjahr auf 14 &#8211; 15 gesunken. Ein gravierender Einschnitt war dann der Tod von Edi Henrichs im November 2002. Der Chor stand wieder vor dem Aus. In dieser schwierigen Situation hat dankenswerterweise unser Chormitglied R\u00fcdiger Bialy sich bereit erkl\u00e4rt, die Leitung zu \u00fcbernehmen. Mit neuem Mut und Elan ging man gemeinsam daran das kleine Pfl\u00e4nzchen wieder zu entwickeln.<\/p>\n<p>Es wurden neue S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger gewonnen, so dass der vierstimmige Kirchengesang zur vollsten Zufriedenheit und Anerkennung der Gl\u00e4ubigen weiter gepflegt werden konnte. Die neu gewonnene Harmonie hielt leider nur bis zum Juli 2006. Zum 1. August 2006 legte Herr Bialy sein Dirigentenamt nieder und in der Folge kam es bedauerlicherweise dann auch zum Bruch mit dem Chor.<\/p>\n<p>Trotz alledem wollen wir versuchen den Kirchenchor in Lauterbach, auch aus Verantwortung zur Tradition ( 146 Jahre ohne Unterbrechung), zu halten. Was w\u00e4re<br \/>\neine Feiertagsmesse ohne Kirchenchorgesang. Zur Zeit probt der Chor zusammen mit den<br \/>\nKirchench\u00f6ren aus Ludweiler und Geislautern unter der Leitung von Franz Josef H\u00fcmbert ( Organist auch in Lauterbach ) die \u201eMissa Brevis in F\u201c, sog. Jugendmesse von Josef Haydn. Diese soll in der feierlichen Messe zum 300. Gr\u00fcndungstag von Lauterbach am<br \/>\n11.02.2007 aufgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>(Quelle: Festschrift &#8222;300 Jahre Lauterbach&#8220; aus dem Jahre 2007)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der \u00e4lteste Verein in Lauterbach, ja der Stadt V\u00f6lklingen \u00fcberhaupt, ist der Kirchenchor C\u00e4cilia Lauterbach. 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