{"id":26,"date":"2011-11-11T21:11:16","date_gmt":"2011-11-11T20:11:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.warndtdom.de\/?page_id=26"},"modified":"2011-11-11T22:19:31","modified_gmt":"2011-11-11T21:19:31","slug":"die-erbauer","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/warndtdom.de\/?page_id=26","title":{"rendered":"Die Erbauer"},"content":{"rendered":"<p>Schon im Jahre 1900 wurde von Pastor Sebastian ein Bauverein gegr\u00fcndet, der es sich zur Aufgabe stellte, eine neue Kirche zu bauen, da die bisherige wegen der stark gewachsenen Einwohnerzahl zu klein geworden war. Dank der unerm\u00fcdlichen Sorge der beiden Pfarrer Sebastian und Wagner wuchs das Kapital in 10 Jahren auf 120.000 Goldmark.<\/p>\n<p>Der Bauantrag wurde am 22. Januar 1911 eingereicht, der Bauerlaubnisschein bereits am 26. April 1911 ausgestellt.<\/p>\n<p>Am 02. Juli 1911 legte Pastor Wagner unter gro\u00dfer Beteiligung der Pfarrkinder, der einheimischen Vereine und ausw\u00e4rtiger G\u00e4ste den Grundstein. Mit der Anfertigung der Pl\u00e4ne war der bekannte Kirchenbaumeister Architekt Peter Marx aus Trier beauftragt.<\/p>\n<p>\u00dcbersicht der ausf\u00fchrenden Handwerksbetriebe:<\/p>\n<ul>\n<li>Erd-, Maurer- und Steinhauerarbeiten: Michael Bour &amp; Johann Schneider &#8211; Ludweiler<\/li>\n<li>Betonarbeiten: Kleppel &amp; Elbs &#8211; Metz<\/li>\n<li>Dacharbeiten: P. Zay &#8211; Differten<\/li>\n<li>Zimmerarbeiten: Joh. Detemple &#8211; Lauterbach<\/li>\n<li>Klemptnerarbeiten: Peter Kerner &#8211; Lauterbach<\/li>\n<li>Schreinerarbeiten: P. Becker &#8211; Lauterbach<\/li>\n<li>Schlosserarbeiten: B. Scherer &#8211; Lauterbach<\/li>\n<li>Gipserarbeiten: Gebr. Steffensky &#8211; Sulzbach<\/li>\n<li>Bildhauerarbeiten: L. Hack &#8211; Trier<\/li>\n<li>Glasfenster: Firma Binsfeld &#8211; Trier<\/li>\n<li>Bodenbelag: Schwenk &#8211; Ulm<\/li>\n<li>Portale: Eckel &#8211; Kaiserslautern<\/li>\n<li>Malerarbeiten: Kiesgen &#8211; Speyer + Kaufmann &#8211; M\u00fcnchen<\/li>\n<li>Glocken (1951): Fa. Paccard &#8211; Annecy (Frankreich)<\/li>\n<li>Orgel: Fa. Sp\u00e4th &#8211; Ennetach-Mengen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Am 27. Juli 1912 konnte die Rohbauabnahme beantragt werden. Ende August war der Bau vollendet. Dazwischen lagen f\u00fcr Pastor Wagner und viele Lauterbacher Helfer eine Zeit aufopferungsvoller Arbeit und schlafloser N\u00e4chte.<\/p>\n<p>Die mit 144.000 Goldmark veranschlagte Baukostensumme erh\u00f6hte sich auf 196.500 Mark.<\/p>\n<p>Trotz gro\u00dfer Schwierigkeiten wurde der Bau innerhalb von kaum zwei Jahren fertiggestellt und konnte am 01. September 1912, am Fest des Kirchenpatrons, des heiligen Paulinus, eingesegnet werden. Konsekriert wurde die Kirche aber erst am 22. Mai 1919 durch Bischof Michael Felix Korum.<\/p>\n<p>Das m\u00e4chtige, imponierende Geb\u00e4ude erhebt sich auf dem alten Friedhof. In romanischen Formen gehalten, ist die Kirche doch ein Produkt der Neuzeit. Sie ist dreischiffig mit Querschiff, 41 Meter lang, 18 bzw. 24 Meter breit und hat im Innern eine lichte H\u00f6he von 14 Metern. Eigenartig ist die Empore konstruiert, der kleinere Teil, etwas in der H\u00f6he nach oben versetzt, f\u00fcr die Orgel und den Chor, der gr\u00f6\u00dfere Teil links und rechts davon fasst ca. 200 Menschen; zu ihnen hinauf f\u00fchren zwei Wendeltreppen.<\/p>\n<p>Der 9 Meter breite und 7 Meter tiefe Chor hat 2 gro\u00dfe und 8 kleinere Fenster und liegt 4 Stufen h\u00f6her als das Schiff. Die Neugestaltung des Altarraumes &#8211; beeinflusst von der neuen Liturgie &#8211; erforderte unter Pastor Mansion die Beseitigung des bisherigen Hochaltares, an dem der Priester in fr\u00fcherer Zeit die Messe mit dem R\u00fccken zu den Gl\u00e4ubigen hielt. Das Antipendium des Barbaraaltares wurde f\u00fcr den neuen Altar verwandt und die wertvollen Teile der Kommunionbank im Barbaraaltar eingebaut. Aus Teilen der Ambonen ist die Sakramentsstele errichtet worden, worauf der Tabernakel steht. Das 1950 \u00fcbermalte gro\u00dfe Wandbild im Altarraum, das zur gleichen Zeit wieder freigelegt wurde, erstrahlt jetzt wieder in herrlichen Farben.<\/p>\n<p>Zum erstenmal wurde die Kirche 1922 &#8211; 1923 durch die Kirchenmaler Kiesgen &#8211; Speyer und Kaufmann &#8211; M\u00fcnchen, kunstgerecht in Kaseinfarben ausgemalt. Der Malerei liegt folgende einheitliche Idee zugrunde. Das lebensgro\u00dfe Bild des Welterl\u00f6sers im Chor richtet, entsprechend der ehemaligen Inschrift, an alle Menschen die Bitte: &#8222;Kommet zu mir alle, die ihr m\u00fchselig und beladen seid, ich will euch erquicken.&#8220; Diese Einladung ist gerichtet an alle St\u00e4nde, welche die Malerei in den Rundbogen des Querschiffes sinnbildlich darstellt, Einladung an die Kinderwelt (Jesus, der Kinderfreund), an die Verheirateten (Hochzeit zu Kanaa), an die verschiedenen Berufsst\u00e4nde (Bergpredigt) und an die Kranken und Sterbenden (Tod des hl. Josef).<\/p>\n<p>In den Querschiffen h\u00e4ngen 14 \u00d6lbilder, die den Kreuzweg Jesu darstellen.<\/p>\n<p>Von den 12 neugestalteten Fenstern an den W\u00e4nden des Hauptschiffes sind besonders die Glasmalereimotive der &#8222;Kirchenpatron St. Paulinus auf dem Konzil zu Arles&#8220; und das &#8222;Herz-Jesu-Bild&#8220; zu nennen.<\/p>\n<p>In der an der Eingangsfront liegenden Muttergottes-Kapelle stellten die sch\u00f6nen Fenster die Schmerzen Mariens dar und an den S\u00e4ulenkapit\u00e4len erkennt man Bilder aus dem Leben Jesu. An ihren W\u00e4nden sind die Verstorbenen und Vermissten des 1. und 2. Weltkrieges mit Namen verewigt.<\/p>\n<p>Auf dem mittleren Teil der Empore \u00fcber der Muttergottes-Kapelle baute 1931 die Weltfirma Sp\u00e4th (Ennetach-Mengen) aus S\u00fcddeutschland die heutige gro\u00dfe Orgel (38 Register auf 3 Manuale verteilt) ein.<\/p>\n<p>Die schmalen Seitenschiffe enden in Nischen f\u00fcr die Nebenalt\u00e4re, w\u00e4hrend das Kreuzschiff als Barbara- bzw. als Taufkapelle ausgebildet ist.<\/p>\n<p>Ein hohes Schieferdach \u00fcberspannt die ganze Breite des Schiffes, und die mittlere kassetierte Tonne ragt hoch ins Innere des Dachraumes hinein, auf diese Weise bei wirkungsvoller Innenh\u00f6he ein nach au\u00dfen in Erscheinung tretendes Hochschiff ersparend. In diese m\u00e4chtige Tonne sind auf jede Seite 6 ovale Fenster, die 12 Apostel darstellend, hineingelegt, die mit den Dachfenstern durch Sch\u00e4chte verbunden sind und so ihr Licht erhalten.<\/p>\n<p>Zwei kunstvoll geschnitzte Beichtst\u00fchle in den beiden Seitenschiffen zeugen noch von der Zeit der Ohrenbeichte.<\/p>\n<p>Der in dem Winkel zwischen Chor und rechts davon gelegenen Barabara-Kapelle eingebaute Sakristeibau besteht aus einer gro\u00dfen Priestersakristei und dem Vorraum, wo neuerdings eine Toilette eingebaut ist, w\u00e4hrend auf der anderen Seite des Chores ein Utensilienraum angebaut wurde. Von dem Vorraum zur Sakristei f\u00fchrt eine Treppe in den \u00fcber diesen R\u00e4umlichkeiten liegenden Saal, der zu Unterrichtszwecken und als \u00dcbungszimmer f\u00fcr den Kirchenchor dient. Chor und Sakristei sind in der ganzen Breite der Kirche unterkellert. Es befinden sich dort die Heizungsanlage bzw. Abstellr\u00e4ume.<\/p>\n<p>Der erste Weltkrieg fordert auch von den Lauterbachern das schwere Opfer der Herausgabe ihres herrlichen Glockengel\u00e4utes. Das Lagerbuch der Pfarrgemeinde schreibt unter dem Datum vom 16. Juni 1917: &#8222;Mit gro\u00dfem Schmerz gingen Pfarrer und Kirchenvorstand und Arbeiter daran, unsere herrlichen Glocken abzumontieren, am 15. Juni l\u00e4uteten die Glocken zum letzten Male eine Stunde lang zum Abschiede. Mit Tr\u00e4nen in den Augen h\u00f6rten die Lauterbacher das Abschiedsl\u00e4uten.&#8220; Mit den Glocken musste auch der gr\u00f6\u00dfte Teil der Orgelpfeifen abgegeben werden. Anfang 1922 sorgte man f\u00fcr einen bescheidenen Ersatz des ehemals prachtvollen Glockengel\u00e4utes. Unter Pastor Veauthier konnten im Jahre 1951 wieder vier neue sch\u00f6ne Glocken aus der Glockengei\u00dferei Paccard in Annecy (Frankreich) mit elektrischem L\u00e4utewerk zum Preis von vier Millionen Franken angeschafft werden.<\/p>\n<p>Alles in allem ist die Lauterbacher Pfarrkirche ein kirchliches Bauwerk, nicht so sehr von geschichtlichem, sondern mehr von \u00e4sthetischem Wert, sowohl beim Anblick von au\u00dfen als auch von innen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon im Jahre 1900 wurde von Pastor Sebastian ein Bauverein gegr\u00fcndet, der es sich zur Aufgabe stellte, eine neue Kirche zu bauen, da die bisherige wegen der stark gewachsenen Einwohnerzahl zu klein geworden war. 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